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Richtig Kühlen | Mastitis + Milchstau

Richtig kühlen bei Milchstau und Mastitis

Es heisst ja immer, dass erste Hilfeprogramm beim Milchstau & Mastitis ist moderate Wärme vor dem Stillen und nach dem Stillen kühlen, kühlen, kühlen. Manche machen das mit Quark, andere wiederum mit Retterspitz und ganz andere mit Kohlblättern. Wir erzählen hier wie das funktioniert und verraten dir hier auch, warum du bei einer antibiotisch behandelten Mastitis nicht mehr kühlen darfst.

Die 20 Minuten Regel

Die Brust soll deswegen gekühlt werden, damit sich die Blutgefäße zusammenziehen und dadurch die Milchproduktion etwas runtergeregelt wird.
Um dies zu erreichen sollte man mindestens (aber auch nur höhstens) 20 Minuten kühlen. Wer eine kürzere Zeit kühlt, erfährt den Kneipp-Effekt und es passiert genau das Gegenteil: es entsteht Wärme, die Blutgefäße weiten sich und eine bessere Durchblutung der Brust ist gegeben.
Also, 1. Regel: mindestens 20 Minuten kühlen

Mit welchen Mitteln kann man kühlen? 

Quark

Quark-Wickel im Umschlag auf die Brust, okay… aber viele Frauen schmieren sich den Quark direkt auf die Brust. Dieser muss auch wieder abgewaschen werden. Für eine kranke Frau mit Schüttelfrost die lieber im Bett bleiben möchte eher eine anstrengende Version der Kühlung.

Retterspitz

Retterspitz kühlt zwar, jedoch hat Retterspitz für die feinen Nasen der Säuglinge einen sehr unangenehmen Geruch. Wenn eine Frau mit Milchstau / Mastitis behandelt werden muss, dann lautet die 2. Regel zur Behandlung: Anlegen! Anlegen! Anlegen!
Es wäre fatal, wenn das Kind an der Brust nicht trinken möchten weil der Geruch in der Nase beißt. Und wer jetzt denkt: könnte man doch abwaschen, dem sei die Regel Nummer 3 ans Herz gelegt: Stress reduzieren. Die kranke Mutter, mit Schüttelfrost, soll lieber im Bett bleiben und nicht 10 mal am Tag ihre Brust abwaschen müssen.

Kohlblätter

Kohlblätter haben schön große Blätter, die sich fantastisch an die anatomische Form der Brust anpasst. Hier ist es wichtig, das man die Kohlblätter aufklopft, damit sie ihre kühlende Wirkung entfalten können.

Das hat fast jeder zu Hause

Noch viel einfacher ist jedoch dieser Tipp und wirklich fast jeder hat diesen Artikel zu hause und benutzt ihn schon täglich.

Man nehme eine Einmalwindel, macht den flüssigkeitsabsorbierenden Kern nass und legt diese Windel so in den Kühlschrank. Bei Bedarf kann dann die Brust gekühlt werden.

Es gibt aber auch spezielle Kühlkompressen für die Brust, die gleichzeitig auch einen Massageeffekt haben und bei Bedarf auch als Wärmeanwendung verwendet werden kann.
Und wenn man sie für die Brust nicht mehr gebrauchen kann, dann benutzt man sie eben für das geprellte Knie vom Kind. Das kommt nämlich garantiert auch irgendwann.

Die 4. und wichtigste Regel lautet:
Sollte nach 24 Stunden keine Besserung eintreten, dann gehört die Behandlung in ärztliche Hände !! Bitte nicht noch länger abwarten, denn wenn nach den 1. Hilfemaßnahmen keine Besserung eingetreten ist, muss eine Mastitis von der Gynäkologin ausgeschlossen werden. 

Und last but not least Regel Nummer 5:
Solltet ihr eine Antibiotikabehandlung bekommen ist es hilfreich zu wissen, dass die Brust nicht mehr gekühlt werden darf.
Warum ist das so ?
Durch die Kühlung der Brust verengen sich die Blutgefäße. Wenn die Blutgefäße allerdings verengt sind, besonders die Kapillaren, dann kann das Medikament nicht mehr an die entzündliche Stelle kommen und ergo nicht wirken. Dadurch besteht die Gefahr der Abszessbildung.
Und diese Unannehmlichkeit will man sich nun wirklich sparen…

Hier noch mal die 5 goldenen Regeln zum Milchstau / Mastitis

1. 20 Minuten kühlen, sonst Kneipp-Effekt
2. Anlegen! Anlegen! Anlegen! … Wenn das nicht geht, abpumpen
3. Stress reduzieren, absolute Bettruhe
4. Wenn nach 24Stunden keine Besserung eintritt, ab zum Arzt
5. Bei Antibiotika nicht mehr kühlen

... und immer darauf achten, dass der (Still)BH passt, denn wenn dieser zu eng sitzt, kann das auch zu Stauungen führen.

Wir wünschen gute Besserung, 
eure Milchwiese